BFSG für Webdesigner: Was Kunden jetzt fragen werden
Webdesigner werden zunehmend Fragen zu BFSG, Website Accessibility, Scannern, Reports und Maßnahmenplänen bekommen. So kann ein strukturierter Workflow helfen.

Kunden werden nicht fragen:
Ist das WCAG 2.1 AA?
Sie werden eher fragen:
Bin ich mit meiner Website sicher?
Und genau hier wird es für Webdesigner schwierig. Denn die ehrliche Antwort ist oft:
Ich kann technische Dinge prüfen und strukturieren. Aber ich kann keine Rechtsgarantie geben.
Kurzantwort
Webdesigner brauchen keinen zweiten Scanner. Sie brauchen einen Workflow, um Scope, Website-Flows, Scanner-Ergebnisse, manuelle Checks, Findings, Maßnahmenplan und Kundenreport sauber zu strukturieren.
Die typischen Kundenfragen
Kunden werden fragen:
- Betrifft uns BFSG?
- Reicht ein Lighthouse-Scan?
- Was müssen wir auf der Website ändern?
- Was ist dringend?
- Was kann später passieren?
- Können wir das dokumentieren?
- Brauchen wir rechtliche Prüfung?
- Können Sie uns einen Report machen?
Diese Fragen sind nicht nur Designfragen. Sie sind Prozessfragen.
Warum Scanner allein nicht helfen
Wenn Sie dem Kunden einfach einen Scanner-Export geben, passiert oft Folgendes:
- Kunde versteht die Begriffe nicht
- Entwickler weiß nicht, was zuerst kommt
- Issues wirken größer als sie sind
- kritische Flows werden nicht sauber bewertet
- rechtliche Fragen bleiben offen
- niemand weiß, was nach dem Fix retestet werden muss
Das ist kein gutes Kundenerlebnis.
Was Webdesigner stattdessen brauchen
Ein praktischer Workflow:
1. Scope grob klären
2. Website-Flows erfassen
3. Scanner-Ergebnisse sammeln
4. manuelle Checks durchführen
5. Findings priorisieren
6. Maßnahmenplan erstellen
7. Report formulieren
8. Retest nach Fixes planenDas ist verkaufbarer als:
Ich mache einen Scan.
Was Sie Kunden klar sagen sollten
Sage nicht:
Danach seid ihr sicher BFSG-konform.
Sage lieber:
Wir machen eine strukturierte technische und inhaltliche Prüfung der relevanten Website-Flows, dokumentieren Findings, Prioritäten und nächste Schritte. Unklare oder rechtliche Punkte markieren wir als Legal Review.
Das ist seriöser.
Wie daraus ein Angebot wird
Ein mögliches Angebotsformat:
Website Accessibility Review für Kundenprojekt
Enthalten:
- Scope-Check
- kritische Website-Flows
- Scanner-Auswertung
- manuelle Prüfung
- Findings
- Maßnahmenplan
- Retest-Empfehlung
- KundenreportNicht als Rechtsgutachten verkaufen. Als strukturierter Review.
Mini-Checkliste für Webdesigner
Vor einem Kundenangebot klären:
- Was sagt der Kunde genau zu BFSG?
- Geht es um Shop, Website oder Web-App?
- Gibt es Checkout, Zahlung, Buchung, Login oder Formulare?
- Wer übernimmt rechtliche Einordnung?
- Was wird technisch geprüft?
- Was wird explizit nicht geprüft?
- Wie sieht der Report aus?
- Gibt es Retest?
Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung, keine Zertifizierung und keine Konformitätsgarantie. Er beschreibt einen strukturierten Prüf- und Dokumentationsansatz.
FAQ
Sollten Webdesigner BFSG-Konformität garantieren?
Vorsicht. Ohne rechtliche Prüfung und vollständigen Scope sollte keine Konformitätsgarantie abgegeben werden.
Was können Webdesigner sinnvoll anbieten?
Einen strukturierten Accessibility Review mit Scope, Flows, Findings, Maßnahmenplan und Report.
Reicht ein Scanner für Kundenprojekte?
Meist nicht. Scanner sind hilfreich, aber Kunden brauchen Einordnung und Priorisierung.
Was ist ein guter Einstieg?
Ein Scope Quick Check, bevor ein vollständiger Audit- oder Review-Prozess gestartet wird.
Ist das Rechtsberatung?
Nein. Webdesigner sollten rechtliche Fragen klar als Legal Review markieren.