BFSG-Abmahnung und Bußgeld: Wie hoch ist das Risiko wirklich?
Wer kontrolliert das BFSG, welche Strafen drohen, kann man abgemahnt werden und wie schützen Sie sich konkret? Die ehrliche Einordnung des Risikos für 2026.

Bei BFSG-Verstößen drohen keine automatischen Bußgelder von heute auf morgen. Zuständig sind die Marktüberwachungsbehörden der Länder: Sie können Mängel beanstanden, eine Nachbesserung anordnen und erst bei Nichtbefolgung Bußgelder verhängen. Das BFSG sieht dafür Bußgelder von bis zu 100.000 € vor. Der praktische Schutz ist ein dokumentierter Prüfbericht, der belegt, dass Sie handeln.
Wer kontrolliert das BFSG überhaupt?
Die Durchsetzung liegt bei den Marktüberwachungsbehörden der Bundesländer, nicht bei einer zentralen Stelle. Sie werden auf Beschwerde oder stichprobenartig tätig, fordern zur Nachbesserung auf und können im Extremfall anordnen, dass ein nicht barrierefreies Angebot vom Markt genommen wird.
Welche Strafen sind möglich?
Der übliche Ablauf ist gestuft: erst Beanstandung, dann Anordnung zur Nachbesserung mit Frist, dann Bußgeld bei Nichtbefolgung. Das BFSG sieht Bußgelder von bis zu 100.000 € vor. Entscheidend ist in der Praxis, ob Sie nachweisbar reagiert haben.
Kann ich wegen des BFSG abgemahnt werden?
Neben der behördlichen Aufsicht wird diskutiert, ob Mitbewerber oder Verbände Verstöße über das Wettbewerbsrecht (UWG) abmahnen können. Das ist rechtlich umstritten und noch nicht abschließend geklärt. Im Fokus stehen Online-Shops und Buchungsplattformen, bei denen Barrieren gut sichtbar sind.
Wie hoch ist das Risiko realistisch 2026?
Die Durchsetzung ist 2026 noch nicht flächendeckend, fährt aber spürbar hoch, vor allem bei Online-Shops mit Checkout und Zahlung. Wer jetzt einen dokumentierten Prüf- und Maßnahmenstand hat, ist im Beanstandungsfall klar im Vorteil.
Wie schütze ich mich konkret?
- Website prüfen lassen: KI-gestützt über 56 Kriterien, mit klar priorisierten Befunden.
- Barrierefreiheitserklärung nach § 14 BFSG bereitstellen und aktuell halten.
- Maßnahmenplan dokumentieren: Er ist im Beanstandungsfall der Nachweis, dass Sie handeln.
Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung, keine Zertifizierung und keine Konformitätsgarantie. Er beschreibt einen strukturierten Prüf- und Dokumentationsansatz.
FAQ
Wie hoch kann ein BFSG-Bußgeld sein?
Das BFSG sieht Bußgelder von bis zu 100.000 € vor. In der Praxis steht am Anfang aber eine Beanstandung mit Aufforderung zur Nachbesserung, nicht sofort ein Bußgeld.
Wer verhängt die Strafen beim BFSG?
Die Marktüberwachungsbehörden der Bundesländer. Sie beanstanden Mängel, ordnen Nachbesserung an und können bei Nichtbefolgung Bußgelder verhängen oder das Angebot untersagen.
Kann ich wegen BFSG abgemahnt werden?
Ob Mitbewerber oder Verbände über das UWG abmahnen können, ist rechtlich umstritten und nicht abschließend geklärt. Behördliche Aufsicht ist der klar geregelte Weg.
Wie sichere ich mich am besten ab?
Mit einem dokumentierten Prüfbericht, einer Barrierefreiheitserklärung nach § 14 BFSG und einem nachvollziehbaren Maßnahmenplan. Das belegt im Ernstfall, dass Sie handeln.